Installation Ubuntu Netbook Remix 8.04
Der Start
Heute installiere ich nochmals UBUNTU auf meinem Aspire One. Die Installation geschieht mangels CD-Laufwerk wieder von einem USB-Stick. Wie man einen USB-Stick mit einem bootfähigem Linux bespielt habe ich hier beschrieben.
Live-System
Dann den AAO neu starten und beim Boot-Screen die F12-Taste drücken, dann den USB-Stick (2. Eintrag) als Boot-Medium auswählen und schon startet die Linux-Distribution. Der Start dauert ca. 2 Minuten.

Abb: Hier bitte nichts ändern, ich bin nur mit dem Cursor nach unten gegangen um den Bildschirm zu fotografieren.
Ansonsten bitte einfach DEFAULT auswählen..
Man kann das “normale” Ubuntu nutzen und es funktioniert ganz gut, aber einiges funktioniert nicht so recht. Deshalb ist eine Netzwerkverbindung mit Netzwerkkabel (und Router) für die folgenden Punkte erst einmal notwendig.
Was funktioniert “noch” nicht:
- WLAN (auch der Schalter geht nicht)
- rechter Multi-Cardslot
- linker SDHC Cardreader (nur mit Karte beim Boot-Vorgang sichtbar)
- Energiesparfunktionen für ATOM-CPU
- ….. weitere kleine Dinge ….

Nach dem Bootvorgang steht der ganz normale Ubuntu-Desktop zur Verfügung.
Installation
Die Installation kann zwar auch aus dem Bootmenü mit dem Eintrag “Install Ubuntu” gestartet werden, ich finde aber eine Installation aus dem Live-System angenehmer. Hierzu einfach auf das “Install-Icon” klicken.
Nach dem Start der Installation werden die üblichen 7 Schritte einer Linux Installation durchlaufen, als da wären:
Wählen Sie als erstes Ihre Sprache aus, ich gehe im folgenden immer davon aus, dass Sie Deutsch ausgewählt haben.
Abb: Sprache des zu installierenden Systems auswählen
Als nächstes ist dann die Zeitzone dran, für Deutschland empfiehlt es sich Europa / Berlin auszuwählen.
“Berlin” wird automatisch vorbelegt, wenn man Deutsch als Sprache ausgewählt hat.

Abb: Deutschland hat Grundsätzlich eine Differenz von +1 Stunde ggü. der Greenwich Middle Time (London)
CEST steht damit für Central European Summertime (also eine weitere Stunde Differenz)
Als nächstes ist dann das Tastaturlayout gefragt, Deutsch ist bereits voreingestellt. Unsere Österreicher und Schweizer Nachbarn müssten da ggf. nach regulieren (In der Schweiz gibt es glaube ich mindestens 4 Tastaturlayouts).

Abb: Einstellung des Tastaturlayout und seiner Varianten
Kommen wir nun zur Partitionierung der Festplatte, dieser Schritt wird von vielen gefürchtet, aber ist hier für die aktuelle Anwendung mit dem Aspire One relativ klar zu definieren.
Als erstes muss man jetzt entscheiden, ob man ein Journaling File-System (JFS) nutzen möchte oder nicht.
Ein JFS ermöglicht es dem Betriebssystem nach einem Systemabsturz die Daten weitestgehend (meist zu 100%) wieder herzustellen. Dadurch wird allerdings der AAO mit seiner langsamen SSD etwas träger. Ich empfehle es nur für Besitzer des A150L mit klassischer Festplatte, das ext3 Dateisystem.
Das Dateisystem etx2 hat diese “Repair”-Funktion nicht und funktioniert eher wie das FAT32-Dateisystem von Windows. Es schreibt nicht permanent Sicherheitswerte auf die Platte und wird somit für die Version A110L mit 8GB SSD sinnvoll, da die SSD im A110L relativ langsam (insbesondere beim schreiben) ist.
Linux benötigt bei den Standardmäßigen 512MB Hauptspeicher des AAO einen Bereich, in dem es den nicht benötigten Hauptspeicher auslagern kann (das macht Windows übrigens auch so), der sogenannte SWAP-Bereich. Er sollte hier 394MB groß sein. Ist der Hauptspeicher mit einem 1GB Speicherriegel aufgerüstet, kann die SWAP-Partition auch entfallen.
Wer also einen A150L (oder A150X) hat und nur Ubuntu als alleiniges OS installieren möchte, kann die Option “Geführt – verwende vollständige Festplatte” verwenden und dann die Festplatte auswählen.
Die Festplatte wird dann im weiteren mit dem JFS etx3 formatiert werden.

Wer einen A110L besitzt sollte jetzt die Option manuell auswählen und die Werte wie im folgenden Bildschirm anpassen. Die SSD (also die Flash-Festplatte) ist immer unter dem Device (Gerät) /dev/sda zu finden.
Passen Sie die Werte wie unten an.
Klicken Sie auf die existierenden Partitionen der Platte sda (also sha1, sdax, ….) und löschen Sie diese jeweils einzeln mit dem Button Delete partition. Danach klicken Sie auf /dev/sda und legen die neuen Partitionen mit dem Button New partition an.
Die erste Partition ist als primär zu definieren und beginnt am Plattenanfang und sollte dann maximal 7674 MB groß sein, als Dateisystem stellen Sie ext2 ein und als Mountpoint wählen Sie bitte / aus.
Die zweite Partition wird als primär oder als logische Partition angelegt. Die Größe ist automatisch die Restkapazität der Platte und sollte mit dem Dateisystem swap formatiert werden.

Später folgt noch einmal die Erfassungsmaske von persönlichen Merkmalen. Diese Daten bleiben lokal auf dem AAO und gehen nicht ins Internet. Die Angaben zum Namen (also Vorname und Nachname) führen auch zum Usernamen, hier wird der Vorname automatisch extrahiert, kann aber überschrieben werden. Das Passwort muss man zur Kontrolle zwei mal eingeben, merken Sie sich dieses, denn es wird bei allen Anmeldungen und für Systemaktivitäten verlangt.
So wenn alles eingestellt ist, dann gibt es noch einmal eine Zusammenfassung …

… und mit -> Installieren geht es los. Die Installation dauert aber eine ganze Zeit. Auf dem A110L waren es locker 30 Minuten und mehr.

Wenn die Prozedur am Ende ist, gibt es noch mal die Frage, ob Sie mit dem Live-System weiterarbeiten möchten, oder aber ob Sie den AAO neu Starten möchten. Ich gehe jetzt mal von letzterem aus.

Der erste Neustart mit dem frisch installiertem Ubuntu.
Nun sieht es wie folgt aus. Ubuntu startet wie Windows mit einem graphischen Fortschrittsbalken.

Dann folgt die Anmeldung mit Namen und Passwort

Und dann “Juhu” das ist der Ubuntu Desktop.
Im oberen Bereich befindet sich die START-Leiste. Links sind die Menüs für Anwendungen, Speicher orte und Systemeinstellungen, sowie Schnellstart-Icons zu den wichtigsten Programmen. Rechts befindet sich der Systemtray, in dem neben dem Datum und Uhrzeit noch einige Systemsymbole (Akku, Bluetooth, …) und der “ENDE”-Knopf befindet. (Linux-Systeme werden nicht über START beendet.
Alle externen Laufwerke, also SD-Karten, USB-Sticks, … werden als Symbol auf dem Desktop angezeigt. In diesem Fall handelt es sich um eine 16GB SDHC-Karte.

Aktualisierungsverwaltung / System updates
Nach ein paar Sekunden steht die Netzwerkverbindung und es erscheint in der oberen Startleiste ein roter Pfeil
, der anzeigt, dass es Updates für das Ubuntu System gibt. Dieses gilt für alle Systembereiche, als auch für alle Anwendungen, sowie alle betroffenen Libraries.
Klicken Sie den Pfeil und es öffnet sich die Aktualisierungsverwaltung. Mit dem Start werden die relevanten Paketlisten (Repositories) des PC mit denen im Internet verglichen um die Differenzen zu erkennen.

Wenn die Differenzen erkannt sind, dann werden Sie auch angezeigt. Grundsätzlich sind alle Updates zum Download markiert und werden beim Klick auf Aktualisierungen installieren heruntergeladen und und installiert.

In diesem Falle sind 122 Updates mit über 130MB Platzbedarf nach ca. 1,5 Stunden installiert und es erscheint

Der rote Pfeil in der (oberen) Startleiste ist zu einem blauen Kreis mit Pfeil
geworden, was symbolisiert, dass ein Neustart des Rechners notwendig ist.

Nach erfolgtem Neustart, oder zu Neudeutsch “Reboot” , stelle ich erst einmal ein paar Dinge ein.
Die gesamte Boot-Zeit beträgt derzeit 1:55 Minuten.
Einstellen des Erscheinungsbildes
Mit der Folge System / Einstellungen / Erscheinungsbild stelle ich mir ein paar Desktopeigenschaften ein.
Der erste Reiter “THEMA” ermöglicht die Auswahl des Fenstererscheinungsbildes

Ich belasse es beim Thema HUMAN und wähle den nächsten Reiter “HINTERGRUND” hier kann man das Hintergrundbild auswählen. Das Standardbild ist in meinen Augen sehr schön, aber ich möchte meinen Standard die “Meja Praya” aus Portugal haben. Dazu klickt man auf den Button + Hinzufügen und wählt mit Hilfe des folgenden Auswahldialogs die richtige Bilddatei aus. Nach der Auswahl erscheint das Bild auch in der Liste.

Mit dem nächsten Reiter “SCHRIFTARTEN” kann man die Schriftarten und Schriftgrößen einstellen. Da die Standardschrift relativ groß ist, stelle ich mir die Schriftgröße von 10 auf 9 ein.

Im nächsten Reiter “OBERFLÄCHE” kann man das Aussehen der Symbole und der Symboltexte einstellen.Fürs erste ändere ich hier nichts. Wenn mir die Symbole alle bekannt sind werde ich die Symboltexte deaktivieren.

Im Reiter “VISUELLE EFFEKTE” kann man den graphischen Schnick-Schnack aktivieren, den man aber nicht unbedingt benötigt. Hier sollte man bedenken, dass der AAO kein “Rasender Roland” ist und man somit bei der Deaktivierung auch (Akku-)Strom gespart werden kann.

Mauseinstellungen
Das vertikale und horizontale Scollen für das Touchpad ist für manche ganz hilfreich, daher habe ich für mich die beiden Scollhilfen aktiviert.. Ihr erreicht das Menü über System / Einstellungen / Maus und dann über den Reiter “TOUCHPAD”

Energieeinstellungen
Um den AAO im Batteriebetrieb nicht zu sehr zu belasten, gehe ich die Energieeinstellungen einmal durch.
Unter System / Einstellungen / Energieverwaltung erreicht man die Energieeinstellungen.
Welche Einstellungen man vornimmt, muss jeder für sich selber entscheiden.



Einstellen der Uhrzeit und der Uhranzeige
Durch einen Klick auf die Uhrzeit in dem Systray (also oben rechts) öffnet sich der Kalender und man kann weiteres einstellen.

Ein Klick auf Orte ermöglicht das Einstellen von Orten
Mit + Hinzufügen startet man den Dialog für die Einstellungen. Für alle Kontinente und Länder stehen bereits Einträge für Städte mit GPS-Informationen zur Verfügung.

Die Angaben im Reiter WETTER sollte man noch auf Grad Celsius und Geschwindigkeit km/h.

Nach den Einstellungen erscheint der Ort auf dem Weltbild und bei vorhandener Internetverbindung erschient neben der Uhrzeit auch noch die aktuelle Temperatur und das aktuelle Wetter neben der Uhrzeit .

Funktionstastentest am lebenden Objekt AAO
So nun schnell die Funktionstasten des AAO durchtesten:
| Key / Taste | Funktion | Ergebnis |
| [Fn] + [<] [Fn] + [>] |
Bildschirmhelligkeit rauf / runter | funktioniert |
| [Fn] + [^] [Fn] + [v] |
Lautsprecher lauter / leiser | funktioniert |
| [Fn] + [Bild ^] [Fn] + [Bild v] |
Pos1 / Ende | funktioniert |
| [Fn] + [Rol v] [Fn] + [Num v] [v] |
Rollen / Numeric / Caps Lock | funktioniert |
| [Fn] + [F8] | Lautsprecher an / aus | funktioniert |
| [Fn] + [F7] | Touchpad an / aus | funktioniert |
| [Fn] + [F6] | Monitorbeleuchtung aus | funktioniert |
| [Fn] + [F5] | externer Bildschirm an VGA | nicht getestet |
| [Fn] + [F4] | Stand-By Mode | funktioniert |
| [HAUS] | Startmenü | funktioniert |
| Touchpad | Scrollen horizontal / Vertikal | funktioniert |
| WLAN-Schalter | Schaltet WLAN au/aus mit gelber LED | funktioniert nicht |
Ich war überrascht, dass doch viele Funktionen sofort funktionieren. Ich denke aber mal dass einige über das BIOS angerufen werden (Helligkeit, Lautstärke, …) und somit leicht zu implementieren waren.
Aber der linke Kartenschacht geht nicht, WLAN ist ohne Funktion, Stand-by funktioniert, Hibernate nicht.
Wie geht es jetzt hier weiter?
Als nächste habe ich alle Tipps zum Aspire One aus der Ubuntu documantation umgesetzt.
Ruft die Seite auf und arbeitet alles Schritt für Schritt durch, es funktioniert und macht die Arbeit leichter.
Wer keine Linux Kenntnisse hat und lesen kann, den Anweisungen genau folgt (bitte nichts interpretieren), kommt garantiert ans Ziel. Danach funktioniert soweit alles was auf der Seite berichtet wird auch.
Der UNR (Ubuntu Netbook Remix) Desktop sieht dann wie folgt aus:
Fazit
Das System bootet bei mir jetzt mit 1:33 Minuten bereits um einiges schneller, es läuft stabil.
Nach einem Stand-By ist die UNR Oberfläche nicht mehr aktiv und man hat den Standard Desktop vor sich. Das Go-Home Applet (zwischen Task Umschalter und Mülleimer) ist ohne Funktion. Die WLAN-Netze der Umgebung werden zwar angezeigt, aber ein connect ist nicht mehr möglich
Der Hibernate-Modus (Ruhezustand) wird mit einer Fehlermeldung eingeleitet und beim erwachen wird nicht nur das User-Passwort, sondern auch das Schlüsselbundpasswort (für WLAN und andere Einstellungen abgefragt).
Mal sehen wie es weiter geht. Die Community hat es geschafft, vieles innerhalb von nur 6 Wochen zum laufen zu bringen.
Ich werde diesen Artikel bei Bedarf oder bei Neuigkeiten ergänzen.
Meinen Umzug der Anwendungen von Windows nach Ubuntu und weitere Software Installationen findet Ihr in dem entsprechenden Artikel. <mehr>
2009-05-02 Update: Nach dem Upgrade auf Ubuntu 9.04 bootet der AAO in 0:53 Minuten.